Making of - Making of - Fitzcarraldo

 

 

 

 

 

 

 

„Wie bei der irrwitzigen Wut eines Hundes, der sich in das Bein eines bereits toten Rehs verbissen hat und an dem erlegten Wild rüttelt und zerrt, so dass der Jäger ihn zu beruhigen aufgibt, hatte sich in mir eine Vision fest gekrallt, das Bild von einem großen Dampfschiff über einen Berg - das Schiff unter Dampf sich aus eigener Kraft einen steilen Hang im Dschungel hinaufwindend, und über einer Natur, die die Wehleidigen und die Starken gleichermaßen vernichtet, die Stimme Carusos, die allen Schmerz und alles Schreien der Tiere aus dem Urwald zum Verstummen bringt und den Gesang der Vögel verlöscht. Richtiger: das Schreien der Vögel, denn in dieser Landschaft, unfertig und von Gott in Zorn verlassen, singen die Vögel nicht, sie schreien vor Schmerz, und verwirrte Bäume krallen sich wie Riesen im Kampf ineinander, von Horizont zu Horizont, im Dampf einer Schöpfung, die hier nicht beendet ist. Nebelkeuchend und erschöpft stehen sie in dieser unwirklichen Welt, in einem unwirklichen Elend - und ich, wie in der Stanza eines Gedichts in einer fremden Sprache, die ich nicht verstehe, befinde mich zutiefst erschrocken dabei." (Prolog Werner Herzog, in: Eroberung des Nutzlosen, München 2004, S. 7)